Eine kleine Werkstatt, altes Werkzeug und viel Geduld – seit vierzig Jahren derselbe Ablauf, jeden Morgen aufs Neue.
Ich bin Werner. Meine Werkstatt ist klein, mein Werkzeug alt und meine Geduld endlos. Seit vierzig Jahren sitze ich morgens an meiner Bank, höre dem Holz zu und lasse es mir sagen, was es werden möchte.
Kein Stück verlässt meine Hände bevor es fertig ist – und fertig bedeutet: wenn es richtig sitzt. Wenn die Maserung stimmt, wenn der Griff passt, wenn das Stück einen Raum verändert, nur dadurch, dass es da ist.
Das Holz kommt aus der Region, meist aus Bäumen, die ohnehin fallen mussten. Ich lagere es Jahre, bevor ich es anfasse – Zeit ist bei diesem Material kein Verlust, sondern Teil des Handwerks.
Alle meine Werke sind Unikate. Einmal gebaut, einmal verkauft, einmal geliebt.
Regional, gewachsen, mit Charakter. Jede Maserung, jeder Astknoten erzählt die Geschichte des Baumes.
Wochen, manchmal Monate. Jeder Strich mit dem Eisen geplant – und manchmal auch nicht, weil das Holz eine eigene Meinung hat.
Von Korn 80 bis 400. Die Oberfläche muss stimmen, soll der Griff sprechen.
Leinöl, Wachs, Schellack – je nach Holz und Verwendung. Das letzte Bad bringt die Seele zum Vorschein.
In meinen Bildhauerkursen gebe ich weiter, was ich in vierzig Jahren gelernt habe – in kleinen Gruppen, mit Werkzeug und Holz vor Ort.